Levrat: “Die Wut auf Widmer-Schlumpf ist groß”
Der Zorn in der SP über die Chefin der Splitterpartei BDP ist wohl größer als Widmer-Schlumpf dies vor ihrem Departementswechsel-Schachzug gedacht hatte.
Der langjährige SP-Chef Helmut Hubacher äußert gegenüber dem Tagi zu Widmer-Schlumpf:
«Sie hätte im Justizdepartement bleiben sollen, damit es nicht von einer Nichtjuristin übernommen werden muß.» und fügt hinzu «Ich weiß nicht, weshalb die SP sie noch wiederwählen soll».
SP-Parteichef Christian Levrat äußerte sich im Tagi zu den Reaktionen, die er aus seiner Partei erhalte:
«Die Wut auf Widmer-Schlumpf ist groß.»
Vermutlich spekuliert Widmer-Schlumpf wirklich auf den rettenden Prinz Darbellay, der als CVP-Präsident erst kürzlich öffentlich geäußert hatte, er werde nächstes Jahr Widmer-Schlumpf wiederwählen.
Ob Darbellay sich und seiner Partei mit solch strategischen Äußerungen einen Gefallen tut, darf bezweifelt werden. Um die paar Wählerstimmen der Splitterpartei BDP zu erhalten, müßte die CVP auch kaum die BDP aufnehmen.
Wenn die BDP, deren einziges Parteiprogramm der Postenerhalt von Widmer-Schlumpf zu sein scheint, nicht mehr ist, würde die CVP ohnedies solche Wählerstimmen bekommen.
Aber Darbellay ist ja bekannt dafür, daß er gerne spontan in Fettnäpfchen tritt. Zuletzt etwa, als er öffentlich ein Verbot von jüdischen Friedhöfen forderte.

